Gedanken zur Sommerzeit

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt …“ (Psalm 91)

Der Sommer ist da und mit ihm die langen Tage, die Sommerferien, das Draußen-Sein, der ersehnte Urlaub, das „Sommerloch“. Für viele eine Zeit, in der sie bewusst nach einer Auszeit suchen und einfach mal die Seele baumeln lassen wollen. Eine Zeit, in der die Geschäftigkeit dem Nichtstun weichen darf.
Für viele ist diese Zeit auch eine Gelegenheit, sich mit Familie, Freunden und Nachbarn zu treffen, sich auszutauschen und den Alltag hinter sich zu lassen.
Viele nutzen auch diese Zeit um die eigenen vier Wände zu verlassen, Landesgrenzen zu überschreiten, fremde Landschaften zu entdecken, endlich wieder im Café́ an der Strandpromenade zu sitzen, neue Menschen zu treffen, den weiten offenen Himmel über sich zu spüren, frei zu sein, Mensch zu sein, Christ zu sein.
Der Sommer hat seinen eigenen Rhythmus. Wenn es draußen heiß ist, wenn alles unter einer heißen Mittagssonne liegt, zieht man sich gerne in den Schatten unter dem Sonnenschirm zurück.
Die kommenden Wochen sind die große Zeit der Schirme. Ob am Strand, im Garten oder beim Stadtbummel – überall werden sie aufgespannt.
Vielleicht können wir in diesem Sommer neu entdecken, was Psalm 91 uns sagen möchte: Dass Gott nicht der ferne Herrscher ist, sondern der aufmerksame Gastgeber, der uns einen Platz im Schatten anbietet oder eine Begleitung durch die Stürme des Lebens. Dass uns diese Geborgenheit Kraft geben kann, unseren Weg zu gehen – auch wenn mal ein Sturm aufzieht. Und vielleicht entdecken wir auch, dass wir selbst zu Schirmen werden können für andere. Dass wir einander Schatten spenden können in der Hitze des Alltags. Dass wir füreinander da sein können, wenn die Regenwolken aufziehen.

Mögen unsere Schirme nicht nur praktische Helfer sein, sondern auch kleine Erinnerungen an die große Geborgenheit, die uns umgibt. Und wenn wir am Ende des Sommers die Sonnenschirme wieder wegräumen, dann bleibt die Gewissheit: Der beste Schutz ist nicht aus Stoff und Gestänge – er ist aus Liebe und Vertrauen. Und der ist das ganze Jahr über da, bei Sonnenschein und Regen, bei Tag und bei Nacht.

In diesem Sinne wünschen wir allen Kirchengemeindemitgliedern, Leserinnen und Lesern einen gesegneten Sommer unter dem Schirm des Höchsten.