Kräutersegnung an Maria Himmelfahrt

„Der Herr hat aus der Erde Heilmittel erschaffen, der Kluge verachtet sie nicht.“ (Sirach 38,4)

Bild: Sylvio Krüger In: Pfarrbriefservice.de

Wenn die Sommerhitze über den Feldern flimmert, die Insekten summen und die Kräuter ihren Duft verströmen, ist es, als würde die Schöpfung ihre ganze Kraft und Fülle zeigen. Im August stehen viele Sommerblumen in voller Blüte: Schafgarbe, Dost, Johanniskraut, Kamille, Rainfarn, Minze, Beifuß, Königskerze, Ringelblume …

Früher wussten die Menschen genau, welche Pflanzen heilten, würzten, schützten. Sie sammelten diese Heil- und Gewürzkräuter rund um den 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, und banden sie zu kunstvollen Kräutersträußen, die in der Kirche gesegnet wurden. 
Mit der Kräuterweihe erinnern wir an die legendäre Grabesöffnung Mariens. Statt des Leichnams fanden die Apostel dort Rosen und Lilien, vor dem Grab wuchsen die Lieblingskräuter der Gottesmutter.

In den Gottesdiensten unserer Seelsorgeeinheit werden am 15. und 16. August die Kräutersträuße geweiht - sie sind ein Symbol für unsere Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung und die Bitte um Schutz und Heil. Mit den Blumen bringen wir die Schönheit der Schöpfung in den Gottesdienst, der so zu einem sommerlichen Fest der Freude wird.

Die Segnung der Kräutersträuße zeigt eine ganz bewusste Haltung -  denn mit Respekt und Dankbarkeit nehmen wir wahr, was uns umgibt.

Wer Kräuter sammelt, sammelt nicht nur Blätter – sondern auch Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Verbindung.