Tagesimpuls 1. April 2020

Die Barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit Jesu ist nicht nur ein Gefühl, sie ist eine Kraft, die Leben schenkt, die den Menschen erweckt!

Das sagt uns das Evangelium in der Begebenheit mit der Witwe von Naїn (Lk 7,11-17). Denn zusammen mit seinen Jüngern erreicht Jesus gerade in dem Moment Naїn, einen Ort in Galiläa, als eine Begräbnisfeier stattfindet: Man trägt einen jungen Mann zu Grabe, den einzigen Sohn einer Witwe. Der Blick Jesu heftet sich sogleich auf die in Tränen aufgelöste Mutter. Der Evangelist Lukas sagt: „Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr“. Dieses „Mitleid“ ist die Liebe Gottes zum Menschen, es ist die Barmherzigkeit, das heißt die Haltung Gottes, wenn er auf das menschliche Elend trifft, auf unsere Schwäche, auf unser Leiden, auf unsere Angst. Der biblische Begriff des „Mitleids“ ruft das innerste Fühlen einer Mutter in Erinnerung. Die Mutter nämlich verspürt angesichts des Schmerzes der Kinder eine ganz eigene Reaktion.

So liebt uns Gott, sagt die Schrift. Und was ist die Frucht dieser Liebe, dieser Barmherzigkeit? Das Leben! Jesus sagt zur Witwe von Naїn: „Weine nicht!“, und dann rief er den toten jungen Mann und erweckte ihn wie vom Schlaf. Bedenken wir dies, das ist schön: Die Barmherzigkeit Gottes schenkt dem Menschen Leben, sie erweckt ihn vom Tod. Der Herr blickt immer mit Barmherzigkeit auf uns; vergessen wir das nicht, er blickt mit Barmherzigkeit auf uns, er erwartet uns mit Barmherzigkeit. Haben wir keine Angst, uns ihm zu nähern! Er hat ein barmherziges Herz! Wenn wir ihm unsere innersten Verletzungen zeigen, unsere Sünden, vergibt er uns immer. Er ist reine Barmherzigkeit! Gehen wir zu Jesus!

Angelusgebet des Papstes Franziskus am 9.6.2013, ausgesucht von Günter Polanz