Ostersonntag

Hinführung

Am Ostersonntag feiern wir das Hochfest der Auferstehung unseres Herrn. Der Apostel Paulus schrieb an die Korinther: "Ist aber Jesus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos." Die Auferstehung Jesu ist der Grund und die Quelle unseres Glaubens. Dieser Glaube soll in uns lebendig bleiben.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen. Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung. Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Mágdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.

Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.

Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.

Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Kurzauslegung

Jesus ist am Kreuz gestorben, und an Ostern feiern wir seine Auferstehung.

Ganz anders war dagegen die Situation der Jünger. Sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Die Auferstehung lag nicht in der Erwartung der Jünger. Ihnen war nicht klar, worauf sie nach der Katastrophe des Karfreitags ihre Erwartung richten sollten und ob es da überhaupt noch etwas zu erwarten gab.

Die Ostererzählungen haben diesbezüglich eine verhaltene Sprache: Nach der Auffindung des leeren Grabes herrschen zunächst Schrecken, Entsetzen und zumindest Ratlosigkeit oder Verwunderung.

Das Evangelium spiegelt dies wider: Zuerst die Rückkehr der verwirrten Maria von Mágdala, die schnell zu Simon Petrus lief, dann der Lauf der beiden Jünger zum Grab. Das Losrennen und Zögern. Ein Jünger beugte sich vor, ging aber nicht hinein.

Nur langsam nehmen sie etwas wahr in dem Grab. Nur langsam können sie sich auf die neue Wirklichkeit einlassen. Sie sind enttäuscht. Diese Enttäuschungen können auch wir in unserer Welt feststellen. Es sind unerfüllte Hoffnungen und Erwartungen.

Viele sind enttäuscht von einem Leben, das ihnen so viel vorenthält. Die Chancen sind ungerecht verteilt. Es kann der Lohn für unsere Mühen sein, der sich einfach nicht einstellt. Und doch haben wir Menschen immer wieder die Hoffnung, es könnte doch noch unser Wunsch in Erfüllung gehen.

Die Botschaft der Auferstehung heißt: Gott handelt nicht unbedingt nach unseren Erwartungen. "Er sah und glaubte", heißt es vom Glauben des anderen Jünger. Glaube heißt, dass wir uns Gott und seiner Führung anvertrauen können.

Was bedeutet das nun für unsere kleinen und großen Hoffnungen in unserem Leben? Die Hoffnungen auf Erfolge im Beruf, auf das Erreichen eines Lebensziels, auf Heilung und Linderung von Krankheiten?

Sollen wir diese Hoffnungen am besten gleich alle lassen, weil Gott ja ohnehin ganz anders handelt? Wir merken, das können wir gar nicht. Denn diese Hoffnungen sind eine wesentliche Kraft, die unser Leben antreibt.

Fürbitten

Christus lebt in der Herrlichkeit Gottes, aber er ist auch uns immer noch nah. Ihn bitten wir:

  • Wir beten für alle Menschen, die in diesen Wochen schwer erkrankt sind; für alle die in Angst leben und füreinander Sorge tragen.
  • Wir beten für alle, die sich in Medizin und in Pflege um kranke Menschen kümmern.
  • Wir beten für alle, die die Frohe Botschaft von deiner Auferstehung in die Welt tragen.
  • Wir beten für alle, die unter Krieg, Aufruhr oder Katastrophen leiden: Um neue Kraft und Hoffnung.
  • Wir beten für alle unsere Verstorbenen, die uns heute besonders nah sind: Um das Licht des ewigen Lebens.

Ewiger Gott, dir sei Lob und Dank, heute und in Ewigkeit. Amen.

Segensgebet

Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche durch die österlichen Geheimnisse neues Leben geschenkt. Bewahre und beschütze uns in deiner Liebe und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Gesundheit und ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Wolfgang Jäger