Tagesimpuls 28. April 2020

Religionsfreiheit

Kann man die Religionsfreiheit als Grundrecht in einer Krise dauerhaft aussetzen?

Der Bund Katholischer Unternehmer meint Nein und wirbt für eine Rücknahme des Verbots öffentlicher Gottesdienste. Bei Einhaltung der notwendigen Abstands- und Hygieneregeln sollten Gottesdienste bald wieder möglich sein, spätestens Anfang Mai. Sonst könne der Rechtsstaat dauerhaften Schaden nehmen.

Ich habe da so meine Zweifel.

Wie soll denn das gehen – Abstands- und Hygieneregeln einhalten? Wer kontrolliert das, wer weist die Überzähligen ab, wer verteilt Desinfektionsmittel? Die Erfahrungen in unseren Supermärkten zeigen, dass das gar nicht so einfach ist. Nicht umsonst haben die eigens dafür geschulte Leute abgestellt, die dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.

Gottesdienst heißt, Nähe und Gemeinschaft haben. Mit Gott - und natürlich auch mit dem Mitbruder und der Mitschwester. Solange wir es nicht besser wissen, sollten wir die Vorgaben der Politik umsetzen. Damit wir in einer hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft wieder Gemeinschaft haben und leben können - in und außerhalb des Gottesdienstes.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!

Euer Diakon Steffen Tröster