Palmsonntag

Liebe Schwestern und Brüder,

auch wenn Sie heute nicht wie gewohnt den Palmsonntag feiern können, lesen Sie jetzt dennoch einen Teil der Originaltexte aus dem Messbuch zum Palmsonntag:

In den Tagen der Fastenzeit haben wir  uns auf Ostern vorbereitet. Wir haben uns bemüht um die Bekehrung unseres Herzens und um tätige Nächstenliebe.

Christus ist in seine Stadt Jerusalem eingezogen; dort wollte er Leiden und Tod auf sich nehmen, dort sollte er auch auferstehen. Mit Glauben und innerer Hingabe begehen wir das Gedächtnis seines Einzugs. Wir folgen dem Herrn auf seinem Leidensweg und nehmen teil an seinem Kreuz, damit wir auch Anteil erhalten an seiner Auferstehung und seinem Leben.

Psalm 24

Kehrvers: Die Kinder von Jerusalem trugen Zweige in den Händen. Sie zogen dem Herrn entgegen und riefen: Hosanna in der Höhe!

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinauf ziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?

Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf.

Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit.

Kehrvers: Die Kinder von Jerusalem trugen Zweige in den Händen. Sie zogen dem Herrn entgegen und riefen: Hosanna in der Höhe!

Hymnus

Chor:  Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser und König!

Alle:    Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser und König!

Chor:  Du bist Israels König, Davids Geschlechte entsprossen, der im Namen des Herrn als der Gesegnete kommt.

Alle:    Ruhm und Preis und Ehre ...

Chor:  Dir lobsingen im Himmel ewig der Seligen Chöre; so auch preist dich der  Mensch, so alle Schöpfung zugleich.

Alle:    Ruhm und Preis und Ehre ...

Chor:  Einst mit Zweigen in Händen eilte das Volk dir entgegen; so mit Lied und Gebet ziehen wir heute mir dir.

Alle:    Ruhm und Preis und Ehre ...

Chor:  Dort erklang dir der Jubel, als du dahingingst zu leiden; dir, dem König der Welt, bringen wir hier unser Lob.

Alle:    Ruhm und Preis und Ehre ...

Chor:  Hat ihr Lob dir gefallen, nimm auch das unsre entgegen, großer König und Herr, du, dem das Gute gefällt.

Alle:    Ruhm und Preis und Ehre ...

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat unser Erlöser Fleisch angenommen, er hat sich selbst erniedrigt und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt. Hilf uns, dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Bétfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr.

Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.

Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazareth in Galiläa. (Mt, 21,1-11)

Kurzauslegung

Jesus ist ein ganz anderer König, als man sich einen König normalerweise vorstellt. Es muss schon ein ungewöhnliches Bild gewesen sein, wie Jesus in Jerusalem eingezogen ist. Auch für die Menschen damals.

Wie ein König zieht Jesus in die Stadt ein. Und das Urteil, das über ihn gesprochen wird, wird später lauten:„Das ist Jesus, der König der Juden.“

Aber nicht wie ein König auf seinem stolzen Pferd hält er Einzug, sondern er sitzt auf einem Esel. Er sitzt nicht nur auf einem anderen Tier, er setzt auch auf ganz andere Dinge als ein König, wie wir ihn kennen.

Zog früher ein König in eine Stadt, dann mit großem Gefolge und mit Soldaten. Er zeigte seinen Reichtum. Jesus dagegen verzichtet auf all das. Jesus ist ein anderer König, als die Menschen erwarten: Er kommt nicht in einem Triumphzug und zeigt seine Macht. Er sucht nicht die Ehre.

Auf einem Esel sitzend bleibt er auf Augenhöhe mit den Menschen: gewaltlos, machtlos, friedlich und menschenfreundlich. Seine Herrschaft soll das Heil aller Menschen sein. Er unterdrückt niemanden, sondern er wendet sich den Unterdrückten und Armen zu. Sein Kennzeichen ist die Liebe.

Segensgebet

Gott, der allmächtige Vater, segne euch; er bewahre euch vor Unheil und Schaden. Amen. Er öffne eure Herzen für sein göttliches Wort und bereite sie für die unvergänglichen Freuden. Amen. Er lasse euch erkennen, was zum Heile dient, und führe euch auf dem Weg seiner Gebote zur Gemeinschaft der Heiligen. Amen.

Ihr

Pfarrer Wolfgang Jäger