Tagesimpuls Samstag 15. August 2020

Kräuterweihe

Dagegen ist kein Kraut gewachsen… den Spruch kennen Sie doch auch! Das sagt man, wenn keine Chance besteht, ein Übel oder eine Krankheit zu bekämpfen.
Ein Stück weit stimmt das ja auch. Nicht gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.

Trotzdem haben Kräuter Hochkonjunktur. Zum Beispiel als Tee, Salbe oder Badezusatz. Immer mehr Menschen vertrauen den Wirkungen von pflanzlichen Naturheilmitteln. ‚In einer Zwiebel ist mehr Medizin, als in jeder Apotheke’ sagt der Volksmund. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber es steht außer Zweifel: In der Natur finden wir viele Substanzen mit heilender Wirkung.

In diesem Zusammenhang spielt der 15. August eine große Rolle: Es ist das Fest Mariä Himmelfahrt mit dem Brauch der Kräuterweihe. Dahinter steckt ein uralter Wunsch: Der Mensch soll vollkommen, heil und gesund werden. Und die Gottesmutter Maria steht dafür als Sinnbild.

Maria wurde schon früh als Schutzpatronin der Feldfrüchte verehrt. Der Festtag ‚Mariä Himmelfahrt’ am 15. August war daher äußerst wichtig: Die Wochen im August galten als gesegnete Erntezeit. Und es stimmt ja auch: Die Kräuter blühen jetzt am schönsten, sie verströmen den intensivsten Duft und haben ihre stärkste Heilkraft.

Deshalb: Kräuter, die man den Winter über braucht, sollte man jetzt pflücken! Jetzt hinauszugehen, Kräuter zu sammeln und dabei das Zusammenspiel von Mensch und Natur zu überdenken – zeitgemäßer könnte das alte Brauchtum nicht sein.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!
Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster