Tagesimpuls Sonntag 16. August 2020

Mariä Himmelfahrt

Liebe Schwestern und Brüder,
wir feiern heute das Hochfest "Mariä Aufnahme in den Himmel" oder "Mariä Himmelfahrt". Dass Maria in den Himmel aufgenommen wurde, glauben die Christen seit frühester Zeit. So feiern wir heute eines der ältesten Marienfeste. Eigentlich ist es ein Osterfest im Sommer. Es soll uns an die Hoffnung erinnern, dass auch wir einmal auferstehen und bei Gott leben dürfen. Mit unserer Taufe sind wir schon in diese Osterhoffnung hineingenommen, die sich an Maria bereits erfüllt hat.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du mehr als alle andere Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“ Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr. Dann kehrte sie nach Hause zurück. (Lk 1,39-56)

Kurzauslegung
Am heutigen Tag feiert die Kirche das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Sie stellt uns an diesem Fest vor Augen, was Gott uns bereiten will: dass wir einmal als der Mensch, der wir sind, bei Gott ankommen - von ihm aufgenommen und von ihm vollendet werden.
Maria steht für uns irdische Menschen. Sie ist ein Vorbild, dass wir durch Christus erlöst worden sind und von ihm dorthin aufgenommen werden, wo er selbst ist.
"Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen," heißt es im Johannes-Evangelium. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe - komme ich wieder und werde euch zu mir holen."
Wir feiern deshalb die große Kraft des lebendigen Gottes, der seine Geschöpfe für so wertvoll hält, dass er uns für immer ein Zuhause, eine Heimat bereitet hat. Am 15. August drücken wir auf festliche Weise unseren Glauben aus, dass wir im Tod nicht ins Bodenlose fallen, sondern in die Arme Gottes.
Im Tod wird nicht nur unsere Seele zu Gott kommen, sondern als konkrete Person, so wie wir als Menschen sind. Unsere Person, das was wir im innersten Kern als Wesen sind, wird als Ganzes aufgenommen in die Herrlichkeit Gottes.
Es ist ein alter Brauch, dass die Gläubigen am Fest Mariä Himmelfahrt Heilkräuter sammeln und sie zu einem kunstvollen Kräuterbüschel binden. In diesem Ritual kommt zum Ausdruck, dass Gott uns eine gute Schöpfung geschenkt hat, dass die Welt heilende Kräfte in sich birgt. Er sorgt für uns, dass gegen viele Krankheiten ein Kraut wächst, Pflanzen, die zu heilen vermögen.
Christen bringen die Kräuterbüschel in die Kirche und lassen sie segnen. Dann können sie zu Hause unter das Kreuz gehängt oder an andere Stelle abgelegt werden.

Fürbitten
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria rufen wir zu Gott:

  • Wir beten für die Kirche um die Gaben des Hl. Geistes.
  • Wir beten für alle Christen  um ein Herz für die Armen.
  • Wir beten für die Kranken und Leidenden.
  • Wir beten für die Verstorbenen um das ewige Leben.

Gott im Himmel, im Blick auf die selige Jungfrau Maria danken wir dir und preisen dich in Ewigkeit.

Schlussgebet
Barmherziger Gott, im heiligen Mahl schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes. Dieses Sakrament mache uns auf Erden Christus ähnlich, damit wir im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Wort der Freude
Alle Tage sing und sage Lob der Himmelskönigin; ihre Gnaden, ihre Taten ehr, o Christ, mit Herz und Sinn. Auserlesen ist ihr Wesen, Mutter sie und Jungfrau war. Preis sie selig, überselig; groß ist sie und wunderbar. Gotterkoren hat geboren sie den Heiland aller Welt, der gegeben Licht und Leben und den Himmel offen hält. Ihre Ehren zu vermehren, sei von Herzen stets bereits. Benedeie sie und freue dich ob ihrer Herrlichkeit. (GL 526)

Viele Grüße von Pfarrer Wolfgang Jäger