Tagesimpuls Samstag 29. August 2020

Armut

Armut - das ist ein Begriff, den wir lange für ausgerottet hielten. Uns ging es doch jahrzehntelang gut. Arm - das waren allenfalls die anderen, die Penner, die Obdachlosen, die Ausländer und ein paar Kriegswitwen.

Armut war die Ausnahme.

Das hat sich in den letzten Jahren in erschreckendem Maß geändert. Ständig steigende Preise, eine immer drückendere Steuerlast, Niedrig-Lohn-Jobs, von denen kein Mensch leben kann - das sind die Hauptverursacher der steigenden Verarmung. Armut ist im reichen Deutschland schon lange kein Einzelschicksal mehr.

Und: Armut hat viele Gesichter.

Betroffen sind Kinder und Jugendliche, alte Menschen, Arbeitslose und Geringverdiener, allein Erziehende, Familien mit vielen Kindern, psychisch Kranke, Menschen mit Behinderungen.

Und: Armut hat Konsequenzen.

Arm sein bedeutet, auf vieles verzichten zu müssen, sich einschränken. Oft kommt noch die soziale Ausgrenzung hinzu. Das nagt am Selbstvertrauen. Man fühlt sich nicht nur wie ein Mensch zweiter Klasse - bald wird man auch genauso behandelt. Und das ist doch nicht richtig! Alle Menschen sind von Gott geschaffen worden, nach seinem Bilde, ihm ähnlich - und das ist doch absolut erstklassig.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!
Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster