Tagesimpuls Dienstag 14. Juli 2020

Das Atemholen der Seele

Nur drei Minuten, so sagt man, kann der Mensch leben ohne zu atmen. Atmen ist lebensnot-wendig. Im Rhythmus von Einatmen und Ausatmen schlägt unser Lebenstakt. Ist dieser Rhythmus einmal gestört, dann hat das weitreichende Folgen. Das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, löst Angst aus. Das Gleichgewicht des Körpers ist durcheinander gebracht.
Manchmal sind es auch seelische Ursachen. Die vielen alltäglichen Aufgaben und Herausforderungen machen mein Atmen eng und flach. Ich kann nicht mehr richtig durchatmen oder vergesse, dass ich es kann.

Jetzt, in der Urlaubszeit, erfahre ich, wie gut es tut, einmal wieder richtig durchatmen zu können. Endlich komme ich aus dem Getriebe des Alltags heraus. Ich muss nicht ständig meine Zeit einteilen und planen. Ich entdecke, dass ich wieder richtig tief atme. Das ist wie auf einem Berg stehen und in die Weite schauen – und dann richtig tief durchatmen. Das tut gut.

Die heilige Teresa von Avila hat einmal gesagt: Beten ist das Atemholen der Seele. Im Gebet finden wir Abstand zum Gedränge des Alltags. Wir können durchatmen, aufatmen. Im Dasein vor Gott finden wir zu uns selbst. Er schenkt uns die Kraft für die alltäglichen Aufgaben.

Von der Weisheit der heiligen Teresa von Avila können wir heute noch lernen: Beten ist das Atemholen der Seele.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!
Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster