Tagesimpuls Sonntag 26. Juli 2020

Sonntag, 26. 7.20

17. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,

in  unserem Evangelium spricht Jesus von einem Schatz, der im Acker vergraben war. Was ist mit diesem Schatz gemeint? Wir Menschen sind auf der Suche nach Glück und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Die Gläubigen haben Jesus Christus gefunden und sich von ihm den Sinn erklären lassen. Er hat uns Gott und sein Reich als Schatz des Lebens gezeigt. Sein Reich ist das Reich der Freude und des Verständnisses unter allen Menschen und Völkern. Wir sollen versuchen, diesen Schatz anzunehmen und so auch einander Glück zu bringen.

Tagesgebet
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.
Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer. Sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.
So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt. (Mt 13,44-52)

Kurzauslegung
Wenn Jesus zu seinen Jüngern oder auch zu einer größeren Menschenmenge spricht, dann gibt es ein paar einleitende Worte, die er auffallend häufig gebraucht: "Mit dem Himmelreich ist es wie ..." Allein im Matthäus-Evangelium durften wir öfter neugierig werden, was dieser von Jesus gern gebrauchten Einleitung folgte.
Meist sind es eingängige, berührende Bilder, in denen Jesus spricht. Wie sonst sollte man auch vom Himmel sprechen, wenn nicht in solchen Bildern? Entscheidend dabei ist aber, dass es nicht fantastische Bilder sind, sondern Bilder der Gegenwart. Oder Bilder des Alltags, mit denen Jesus den Menschen nahe bringen will, was es mit dem Himmelreich auf sich hat. Jetzt und hier und nicht erst im Jenseits.
Die Bilder vom Schatz im Acker und von der einen besonderen Perle im heutigen Evangelium funktionieren auch heute noch ganz gut. Es sind Bilder, die wir in ähnlicher Weise auch aus Märchen, aus Volksliedern und Erzählungen kennen.
So machen wir es uns leicht, zu erfahren, ob auch wir selbst uns ganz persönlich in diesen Gleichnissen vom Himmelreich wiederfinden. Für die Menschen zur Zeit Jesu sprachen die Bilder sogar ihre konkreten Lebensverhältnisse an: Es gab keine Sparkassen oder Bankhäuser und auch keine einbruchsicheren Häuser.
Echte Wertgegenstände oder eine größere Summe Geld bewahrte man daher nicht in den eigenen vier Wänden auf, sondern vergrub sie tatsächlich lieber draußen, erst recht bei längeren Abwesenheiten. Unsichere Lebensverhältnisse führten dazu, dass solche vergrabene Wertsachen nicht immer vom Besitzer wieder geholt werden konnten. So konnte mancher Landarbeiter ganz unverhofft einen kleinen Schatz im Acker finden.
Beide Gleichnisse vom Schatz im Acker oder von den Perlen bedeuten aber übersetzt, dass etwas wichtiger ist als diese Schätze. Nämlich der eine unbezahlbare Schatz, der unser Leben verändert. Und mit diesem Schatz ist Gott gemeint.

Fürbitten
Herr Jesus Christus, dein Wort ist Wahrheit. Wir bitten dich:

  • Lass uns Menschen erkennen, dass du Sinn und Ziel des Lebens bist.
  • Stärke die Kranken durch dein Wort und schenke ihnen deine Gemeinschaft.
  • Wir beten auch für alle jungen Menschen, die über einen Dienst in der Kirche nachdenken, dass sie dich als Schatz und Perle ihres Lebens finden.
  • Wir beten für alle, die die Schwelle des Todes überschritten haben. Nimm sie auf in dein Reich.

Barmherziger Gott, du kannst auch das, was uns bedrückt, zum Segen werden lassen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Schlussgebet
Herr, unser Gott, was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat, das werde uns nicht zum Gericht, sondern bringe uns das ewige Heil. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wort der Freude
Ferien
Vor aller Gefahr, Herr, mich bewahr. Zu Wasser und zu Land mich hüte deine Hand, dass heil und froh ich wiederkehr, o Herr, ich bitt dich sehr. Vater, du hast die Welt gemacht, auch den Sonntag, die Ferien, die Freiheit  und die frische Luft. Sei bei allem, was ich heute tue, zu Hause, draußen, mit meinen Freunden. Hilf mir, dass ich mich über alles freue, das du für mich gemacht hast.
Schön ist die Welt. Wir lernen ein neues Stück von ihr kennen: die Berge, das Meer, das weite Land. Gib uns schöne Ferien mit Freude und Erholung und ohne Unfall. (Aus Gebete für alle Tage)

Einen schönen Sonntag und erholsame Ferien wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Jäger