Tagesimpuls Donnerstag 11. Juni 2020 Fronleichnam

Fronleichnam

Liebe Schwestern und Brüder,

wir feiern heute das Hochfest des Leibes und Blutes Christi und ich begrüße Sie herzlich dazu. Wir feiern Fronleichnam, d.h. wir bekennen uns zur Gegenwart Christi im Sakrament. Wir feiern dankbar seine Liebe, in der er sich für uns hingegeben hat und in jeder Messe sich uns schenkt für das ewige Leben. Am heutigen Festtag schauen wir nochmal zurück in den Abendmahlsaal, wo Jesus seinen Jüngern und damit auch uns den Auftrag gab, das Brot zu seinem Gedächtnis zu teilen und aus dem Kelch des Heiles zu trinken. Wir verkünden damit seinen Tod, aber wir glauben auch an seine Auferstehung  und damit verbunden auch an unsere eigene Auferstehung.

Tagesgebet

Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du uns das Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen. Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder durch mich leben. Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. (Joh 6,51-58)

Kurzauslegung

Das Wort "Gastmahl" ist zwar ein familiärer Ausdruck, doch die Kirche hat dies nie so vereinfacht. Sie hat nie vergessen, dass dieses Mahl ein Opfermahl bleibt, das von dem auf Golgota vergossenen Blut Jesu gezeichnet ist. Das eucharistische Mahl ist ein heiliges Mahl, indem die Heiligkeit Gottes verborgen liegt. Das Brot, das auf dem Altar gebrochen wird, ist ein Brot, dem wir uns nur mit Demut nähern können, wenn wir sagen: "Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach".

Die Feier hat im Lauf der Jahrhunderte eine lange Entwicklung gemacht. Dies ist schon ein Hinweis auf die zentrale Bedeutung für die Christen. Aber bei aller Entwicklung war es immer klar, dass die Eucharistiefeier ihre Herkunft aus dem jüdischen Paschamahl hatte. Und sie ist immer ein Mahl geblieben. Der Altar ist ein Tisch. Und Brot und Wein stehen im Mittelpunkt. Das Eucharistiegebet, das große Dankgebet erinnert bis heute an das Tischgebet des jüdischen Vaters beim Mahl. Der Inhalt des Mahls ist Christus. Und er ist ganz gegenwärtig. Wir nehmen ihn auf. Er bleibt bei uns während  unserer irdischen Pilgerreise. In diesem Mahl wird das Andenken an sein Leiden erneuert.

Paulus fasst dies zusammen: "Christus ist für uns gestorben, gemäß der Schrift. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift. Dies ist in Worten die kürzeste Fassung des Evangeliums für uns Menschen.

Es bedeutet für uns Menschen: Jesus gibt für uns alles: Liebe, Treue, Heil, Erlösung und die Gemeinschaft mit Gott.

Fürbitten

Zu Jesus Christus, dem Herrn der Kirche beten wir:

  • Lass die Kirche überall auf der Erde deinen Tod und Auferstehung feiern.
  • Lass die Leidenden und Kranken Kraft finden durch den Empfang deines Leibes.
  • Gib unseren Gemeinden den Geist der Freude.
  • Sei den Sterbenden Wegzehrung in das Reich deiner Herrlichkeit.

Gott im Himmel, wir danken dir, dass du dich unserer annimmst.

Schlussgebet

Herr Jesus Christus, der Empfang deines Leibes und Blutes ist für uns ein Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit. Gib uns im ewigen Leben deine göttliche Geborgenheit. Amen.

 

Wort der Freude

Maria, unsere Herrin und Mutter aller Männer und Frauen, hier bin ich, ein Sohn, der seine Mutter besucht in Begleitung einer Schar von Brüdern und Schwestern.

Als Nachfolger Petri, dem die Sendung anvertraut wurde, in der Kirche Christi den Vorsitz in der Liebe zu führen und alle im Glauben und in der Hoffnung zu stärken.

O liebenswerte Mutter, du kennst jeden bei seinem Namen, kennst sein Gesicht und sein Geschichte, du hast alle lieb in mütterlicher Güte, die von Herzen Gottes selbst kommt, der die Liebe ist.

Alle vertraue ich dir an und weihe sie dir, heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter.

(Benedikt XVI. - Fatima, 12.5.2010)