Tagesimpuls Sonntag 21. Juni 2020

12. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,
wir wissen, dass wir unter dem Schutz des Höchsten geborgen sind. Weil er uns liebt, können wir unseren Lebensweg mit Zuversicht gehen. Wir können ohne Verzweiflung und Furcht auf die Hilfe Gottes vertrauen. Als einzelne Personen und als Gruppe sind wir getragen und begleitet. Jesus ermutigt uns zu einer solchen Hoffnung.

Tagesgebet

Heiliger Gott, gib, dass wir deinen Namen allezeit fürchten und lieben. Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand, der fest in deiner Liebe verwurzelt ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.
Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Kurzauslegung

Jesus spricht hier zu den 12 Aposteln und damit zu denen, die die Gesamtverantwortung für die Kirche haben. Der Satz: "Fürchtet euch nicht vor den Menschen!" gilt für alle Zeiten - und ist wichtig auch für uns. Wir alle haben in irgendeiner Form Angst. Wir haben Angst vor einer Blamage, Angst um den "guten Ruf". Es gibt viele Möglichkeiten. Jesus aber fordert uns zur Furchtlosigkeit auf. Das sollten wir ernst nehmen. "Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird." Und alles, was Menschen denken, sagen und tun - kommt ans Licht. Das merken wir immer wieder in unserem praktischen Leben.
Jesus fordert seine Jünger auf, frei und offen zu verkünden. Alles, was Jesus ihnen mitteilt, sollen sie ohne Angst veröffentlichen. Diese Forderung ist berechtigt. Denn wenn wir die Botschaft Christi verkünden, werden wir oft Widerspruch ernten. Wenn wir die 10 Gebote Gottes verkünden, gibt es massiven Widerstand in Teilen der Gesellschaft. Jesus fordert also seine Jünger auf, offen zu verkünden, von den Dächern, also den höchsten Punkten, wo die Stimme weit hörbar ist. Heute würde man sagen: Über Fernsehen, Radio und Internet. Die Jünger sollen die Auseinandersetzung mit der Welt nicht scheuen. Jesus sagt: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können." Er wird hier ganz konkret: Wir müssen uns nicht vor denen fürchten, die uns verleumden oder beschimpfen.
Wir sollen den respektieren, der uns Menschen auf dem Weg des irdischen Lebens begleitet. Jesus bringt noch ein weiteres, schönes Bild: "Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt." Wir können uns dabei immer erinnern: Gott hat wieder an mich gedacht. Und er will einfach die Sorge um uns ausdrücken, die Nähe Gottes zu uns. Er kümmert sich sogar um etwas anscheinend Belangloses in meinem Leben. Wenn also selbst die Haare auf unserem Kopf gezählt sind - wie wichtig sind wir dann erst vor Gott!

Fürbitten

Wir brauchen keine Angst zu haben, weil Jesus Christus bei uns ist.
Ihn bitten wir:

  • Wir beten für Schwache und Unterdrückte.
  • Für alle Menschen, die sich um Gerechtigkeit mühen.
  • Gib uns die Kraft, andere im Glauben an dich zu überzeugen.
  • Gib unseren Verstorbenen den ersehnten Platz bei Gott, unserem Vater.

Guter Gott, wir vertrauen auf dich. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du stärkst uns durch den Leib und das Blut Christi. Gib, dass wir niemals verlieren, was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wort der Freude

Morgenstern, der finstern Nacht, der die Welt voll Freuden macht. Jesu mein, komm herein, leucht in meines Herzens Schrein. - Schau, Dein Himmel ist in mir, er begehrt Dich, seine Zier. Säum' Dich nicht, o mein Licht, komm, komm eh der Tag anbricht.

Du erleuchtest alles gar, was jetzt ist und kommt und war; voller Pracht wird die Nacht, weil Dein Glanz sie angelacht. - Deinem freudenreichen Strahl wird gedienet überall: Schönster Stern, weit und fern, ehrt man Dich wie Gott den Herrn.
(Angelus Silesius)

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Jäger