Tagesimpuls Montag 18. Mai 2020

Spätfolgen

Vor 34 Jahren, Ende April, geschah das Undenkbare: In der Ukraine, in Tschernobyl, flog ein Atomreaktor in die Luft. Eigentlich hätte das technisch gesehen, gar nicht passieren dürfen.

Naja, ist halt trotzdem passiert. Zehntausende von nichts ahnenden Einwohnern wurden verstrahlt. Der radioaktive Niederschlag belastete ganz Europa.

Heute noch leiden Hunderttausende in Weißrussland und der Ukraine. Die Auswirkungen der freigesetzten Strahlung betreffen vor allem Kinder. Sie leiden an Tumoren und Erkrankungen der Atemwege. Auch Missbildungen bei Neugeborenen gibt es immer noch in erhöhter Zahl. Und die Mehrzahl aller Kinder in der Ukraine haben heute mit einer chronischen Schwäche des Immunsystems zu kämpfen.

Der Super-GAU von Tschernobyl war eine ernsthafte Warnung. Die Fortschrittsgläubigkeit hatte krasse Züge angenommen. Man dachte, man hätte alles im Griff.

Erst im Nachhinein wurde klar, dass das eben nicht stimmt. Wenn die Natur zu sehr ausgebeutet, zerstört oder verändert wird, wehrt sie sich auf ihre Art.

Wir mögen zwar fest daran glauben, dass wir Herrscher sind über die Natur. Darüber vergessen wir leider, dass wir auch zum Opfer werden können.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!

Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster