Tagesimpuls Sonntag 24. Mai 2020

7. Sonntag der Osterzeit

Liebe Schwestern und Brüder,

"Das ist das ewige Leben: dich, den einzig wahren Gott zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast."

Diese wichtige Aussage lesen wir im heutigen Evangelium. Eine Woche vor Pfingsten feiern wir den 7. Ostersonntag, den letzten in dieser Reihe. Der rote Faden dieser Sonntage lautete: Jesus Christus lebt. Gott hat ihn vom Tode auferweckt und er ist den Menschen nahe.

Nach der Himmelfahrt ist Christus uns nahe als einer, der bei seinem Vater ist und gleichzeitig auch bei uns Menschen. Dies zu verstehen ist ein Geheimnis des Glaubens.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, wir bekennen, dass unser Erlöser bei dir in deiner Herrlichkeit ist. Erhöre unser Rufen und lass uns erfahren, dass er alle Tage bis zum Ende der Welt bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat. Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.

Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus  Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, vor dir ist.

Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. (Joh 17,1-11a)

Kurzauslegung

Bei diesem schwierigen Text des heutigen Evangeliums können wir uns fragen, ob er eine besondere Bedeutung für unser persönliches Leben hat. Oder ob dieser Text nicht zu theoretisch ist und wenig mit unserem irdischen Leben zu tun hat.

Trotzdem klingt teilweise ein Gefühl der Geborgenheit an, man ahnt etwas von einer großen Freundschaft. Wir spüren, in diese Angelegenheit sind auch wir mit hineingenommen. Es gibt eine lebendige Beziehung zu Gott. Es ist ein Umgang zwischen Sohn und Vater - ein Einssein zwischen beiden - ein Übergang zwischen dieser Welt und der Herrlichkeit Gottes. Zwischen den Zeilen hört man noch Jesu Sorge für uns Menschen heraus.

Wenn ich doch auch so eine Beziehung zu Gott hätte, solch ein Vertrauen. Wenn ich die Liebe Gottes so spüren könnte wie Jesus. Das wäre wohl der Himmel auf Erden, so wie es der Hl. Franz v. Assisi gespürt hat. Er war ein bescheidener und demütiger Mensch, der die Welt veränderte. Beim Hl. Franziskus konnte man erkennen, dass die Ewigkeit bereits begonnen hat. Tägliche Arbeit und die Sorge um notleidende Menschen - all das gehörte zu seinem Leben ganz selbstverständlich dazu. Die Kraft dazu schöpfte er aus seinem Glauben und seiner Verbindung zu Gott.

So sollten auch wir denken. Doch wenn ich mich wieder meiner eigenen täglichen Arbeit zuwende, wenn ich Sorgen habe, vielleicht Trauer und Schmerz erlebe, dann ist oft für mich von der Nähe Gottes scheinbar nicht viel übrig. Aber wir können darauf vertrauen, dass wir in allen Lebenslagen von Gott gehalten und getragen werden. Der Hl. Franziskus kann hierzu unser Vorbild sein.

Fürbitten

Christus ist unsere Quelle allen Lebens. Ihn bitten wir:

  • Für die Menschen, die ein Leid zu tragen haben  und Hilfe benötigen.
  • In der Erwartung des Pfingstfestes bitten wir um das Erkennen von Gottes Nähe in unserem Leben.
  • Wir bitten für unsere Gemeinden um ein gutes Zusammenwachsen.
  • Wir bitten für die kranken Kinder zu Hause oder im Krankenhaus.
  • Wir bitten für unsere Verstorbenen um ewige Gemeinschaft mit dir.

Herr, Gott des Lebens, du bist unser Hirte und unser Heil in Ewigkeit.

Schlussgebet

Erhöre uns, Gott, unser Heil, und schenke uns die feste Zuversicht, dass durch die Feier der heiligen Geheimnisse die ganze Kirche jene Vollendung erlangen wird, die Christus, ihr Haupt, in deiner Herrlichkeit schon besitzt. Der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Wort der Freude

Das ist die Drossel, die da schlägt,
der Frühling, der mein Herz bewegt;
ich fühle, die sich hold bezeigen,
die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum -
mir ist wie Blume, Blatt und Baum.
(Theodor Storm)

Ein schönen Sonntag wünscht Ihnen

Ihr Pfr. Wolfgang Jäger