Tagesimpuls Montag 25. Mai 2020

Vater unser (1. Teil)

In jedem Gottesdienst sprechen wir es. Es ist uns praktisch in Fleisch und Blut übergegangen. Selbst in Pflegeheimen, wo viele in ihrer Demenz kaum noch etwas mitkriegen, wird fleißig und fehlerfrei mitgebetet:

Das Vater unser, das in seinem fast schon formelhaften Sog, das einfachste Gebet überhaupt ist.Weltumspannend und innig und es wird gemeinschaftlich gebetet.

Es beginnt mit dem Wort ‚Vater‘. Warum geben wir Gott männliche Züge? Könnte er nicht auch weiblich sein oder geschlechtslos?

Papst Benedikt hat in seinem Jesus-Buch versucht, zu erklären, warum sich diese männliche Vorstellung eines Schöpfergottes durchgesetzt hat, ja sich sogar durchsetzen musste in einer Religionslandschaft, die von Muttergottheiten bestimmt war. Davon musste sich das neue Schöpferprinzip abheben.

Jesus nannte Gott im aramäischen ‚Abba‘. Dieses Wort mit ‚Vater‘ zu übersetzen greift zu kurz. ‚Abba‘ ist mehr, es ist ein liebevoll-zutraulicher Kosename.Ein Gott, zu dem ich mit allem kommen kann und der mir zuhört.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!

Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster