Tagesimpuls Dienstag 5. Mai 2020

Verzockt

In der anglikanischen Kirche Englands brachen harte Zeiten an. Sparen war angesagt.

Die schlechte Konjunktur machte auch vor Kirchentüren nicht Halt. Die Kirchenleitung musste zugeben, dass das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Und warum?

Einst hatte eben diese Kirchenleitung eine grandiose Idee. So was wie eine wundersame Geldvermehrung sollte die Kassen füllen. Also wurde mächtig viel Geld an der Börse investiert.

Es kam, wie es in diesen unsicheren Zeiten kommen musste. Die Aktien brachen ein, die Börse floppte. Statt einem warmen Geldregen gab es lange Gesichter.

Die Kirche Englands hatte innerhalb eines Jahres ein Zehntel ihres Geldvermögens buchstäblich verzockt. Die Kohle war futsch.

Nun mussten die Gemeinden den Gürtel enger schnallen. Das hieß Stelleneinsparungen, Haushaltssperre und Wegfall von Zuschlägen. Gleichzeitig aber beschloss die Kirchenleitung die Anhebung ihrer eigenen Gehälter. Dagegen liefen die Schäfchen von Englands Kirche Sturm.

Und sie hatten recht!

Man darf nicht den Leuten Wasser predigen aber selber Wein trinken. Die Zeiten sind endgültig vorbei.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!

Diakon Steffen Tröster