Tagesimpuls Freitag 8. Mai 2020

Verflucht

Der Holländer an sich ist manchmal schon ein seltsamer Zeitgenosse. Das ist mir nicht nur im Urlaub auf vielen Campingplätzen aufgefallen.

Vor einiger Zeit hat sich in den Niederlanden ein neuer Verein gegründet: Er nennt sich 'Bund gegen das Fluchen'. Und der zieht ernsthaft gegen das öffentliche Fluchen ins Feld.

Die haben zum Beispiel die Zahl der Flüche im Fernsehen gezählt und herausgefunden, dass über 1600 Mal kräftig geflucht wurde: In Fernsehfilmen und Werbespots – und zwar nicht im Jahr, sondern pro Woche!

Im deutschen Fernsehen ist das leider kein bisschen anders. Auch da geht es sprachlich manchmal derb zur Sache. Und es sind nicht nur so ein paar dahingesagte Floskeln. Da sind manchmal so hammermäßig harte Verwünschungen dabei, dass einem die Chips im Hals stecken bleiben!

Egal, ob in öffentlich-rechtlichen oder privaten Sendern. Überall wird verbal vom Leder gezogen, dass es eine wahre Freude ist.

Gut – meist wird erst gegen Abend im Fernsehen geflucht. Aber trotzdem – ist das normal? Gehört das einfach zu unserer Alltagssprache dazu?

Wenn ich ehrlich bin, ich ertappe mich manchmal schon dabei, wie ich ziemlich gedankenloses Zeug daherrede!

Und wenn es Ihnen auch so geht, lade ich Sie zu einem kleinen Stoßgebet ein:

Lieber Gott, hilf mir meine große Klappe zu halten,

wenigstens so lange, bis ich weiß, wovon ich rede.

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!

Euer Diakon Steffen Tröster