Tagesimpuls Sonntag 1. November 2020

Allerheiligen

Liebe Schwestern und Brüder,
wir feiern heute ein frohes Fest, das Fest "Aller Heiligen". Wir feiern die Menschen, deren Leben gelungen ist. Menschen, die sich der Gnade Gottes anvertraut haben, in guten wie in schlechten Tagen. Menschen, die Gott gesucht und gefunden haben. Sie haben das Ziel ihres Lebens erreicht, für immer bei Gott zu sein. Wir freuen uns über die Heiligen, die Gott uns als Wegbegleiter schenkt. Mit ihnen sind wir zu Gott unterwegs. Ihm begegnen wir in seinem Wort, in seinen Sakramenten und  im Gottesdienst.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott du schenkst uns die Freude, am heutigen Fest die Verdienste aller deiner Heiligen zu feiern. Erfülle auf die Bitten so vieler Fürsprecher unsere Hoffnung und schenke uns dein Erbarmen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie.
Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. (Mt 5,1-12a)

Kurzauslegung
An Allerheiligen dankt die Kirche den Menschen, von denen wir in den Seligpreisungen hörten. Wenn wir in  unser Leben zurückschauen und auf die Heiligen achten, die mit uns auf dem Weg waren, finden wir sicher etwas.
Da gab es die gütigen Menschen, die befreiend auf uns wirkten. Es gab Menschen, die ihre Habe teilen konnten. Es waren Frauen und Männer, die uns unterstützten. Menschen, auf die wir uns verlassen konnten. Gerade diesen Heiligen des Alltags gilt das Fest "Allerheiligen". Wichtig sind uns vielleicht auch die Menschen, die sich für Gerechtigkeit engagiert haben. Andere werden an Menschen denken, die Kranke und Alte pflegten und die Liebe Gottes nahe brachten.
Von den Heiligen können wir in der kirchlichen Überlieferung Fürbitten erwarten. Bei diesen Fürbitten der Heiligen geht es vor allem darum, dass unsere Verstorbenen über ihren Tod hinaus - in einer lebendigen Beziehung zu uns bleiben. Dass sie die Liebe Gottes wünschen und in diesem Sinne auch erbitten. In unserem Denken an die Toten ist es wichtig, an sie als Lebende zu denken. Sie wollen uns bei sich im Leben Gottes haben. Der Gedanke der Fürbitte der Heiligen erinnert also an eine bleibende Verbundenheit unserer Verstorbenen mit uns.
Im Monat November spielen die Friedhöfe eine wichtige Rolle als Ort des Gedenkens an die Verstorbenen. Es ist ein gutes Zeichen der Gemeinschaft mit den Toten, wenn man sich am Grab versammelt und ein Licht der Hoffnung anzündet.

Fürbitten
Voll Vertrauen wenden wir uns mit unseren Anliegen an Gott, der uns durch seinen Sohn Jesus Christus in die Gemeinschaft der Heiligen berufen hat.

  • Für alle Christen: um das Gelingen ihres Lebens in der Nachfolge Jesu.
  • Für die Mächtigen in Politik und Wirtschaft: um weise Entscheidungen zum Wohl der Bevölkerung.
  • Für die Völker, die unter Gewalt, Krieg und Terror zu leiden haben: um Befreiung aus ihrer Not.
  • Für unsere verstorbenen Angehörigen, die uns im Glauben vorausgegangen sind: um die Erfüllung ihrer Hoffnung auf das ewige Leben.

Ewiger Gott, mit allen Heiligen loben und preisen wir dich durch Jesus Christus im heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit.

Schlussgebet
Gott, du allein bist heilig, dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken. Stärke durch dein Sakrament in uns das Leben der Gnade und führe uns auf dem Weg der Pilgerschaft zum ewigen Gastmahl, wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wort des Trostes
Bedrückt stehen wir da. Wir erkennen unsere Misere. Aber du liebst uns, weil wir zu dir gehören durch den Schöpfungsakt deiner Weisheit. Gott, richte uns  wieder auf. Lass dein Angesicht leuchten, dann ist  uns geholfen. (aus Psalm 80)

Ihr Pfarrer Wolfgang Jäger