Tagesimpuls Mittwoch 11. November 2020

Martinsgans

Um Sankt Martin herum wird ja oft gern die Martinsgans serviert. Warum eigentlich - was hat denn jetzt der Hl. Martin mit Gänsen zu tun? In früheren Zeiten war der Martinstag ja der Hauptzinstag. Da mussten alle Schulden dem Guts- oder Lehensherren beglichen werden. Und Gänse oder Hühner waren bei den Bauern das bevorzugte Zahlungsmittel. Und da haben schon wir die Verbindung zwischen dem Martinstag und dem Federvieh.

Daraus entstand später dann so manche Legende, die mit der historischen Wahrheit nur einen sehr oberflächlichen Bezug hatten.

Wahr ist allerdings die berühmte Mantelszene beim Stadttor von Amiens. Als junger Soldat trifft Martin im Winter des Jahres 334 dort einen Bettler. Der ist bei den Minusgraden praktisch am Erfrieren und schnattert erbärmlich. Kurzentschlossen überlässt Martin ihm seinen halben Umhang. Nachts darauf träumt er von Jesus, der seinen halben Mantel trägt. Martin erkennt, dass Jesus ihn als Bettler auf die Probe gestellt hatte. Nach diesem Erweckungserlebnis verlässt er die römische Armee und wird Priester, später sogar Bischof von Tours.

Martin ist übrigens der erste Heilige, der nicht den Märtyrertod gestorben ist. Im frühen Christentum galt als Voraussetzung für die Heiligsprechung der um des Glaubens willen freiwillig auf sich genommene gewaltsame Tod.

Martin wurde heiliggesprochen wegen seiner Demut, Tatkraft und seiner legendären Glaubensstärke. Als Vorbild ist er mir – ehrlich gesagt - so auch lieber!

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!
Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster