Tagesimpuls Freitag 6. November 2020

Novembertristesse

Der November ist bei uns ein eher trister Monat. Schon das Wetter ist in aller Regel trostlos und mies. Und die Feiertage stimmen uns auch nicht allzu froh: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag. Der Tod ist allgegenwärtig im November.

Im Märchen von den Bremer Stadtmusikanten wollen Esel, Hund, Katze und Hahn dem Tod ein Schnippchen schlagen: „Komm mit uns“ rufen sie, „denn etwas Besseres als den Tod findest du überall“ Aber stimmt denn das? Gibt es wirklich etwas Besseres als den Tod?

Man darf ihn gewiss nicht schönreden, nicht den Tod am Ende des Lebens und nicht die vielen kleine Tode, die wir bis dahin auch sterben. Wir müssen Schmerzen erdulden - die körperlichen wie die seelischen - weil wir unvollkommene, vergängliche Wesen sind.

Und der Mensch muss den Tod erleiden, er will ihn nicht. Er wird mit ihm sein Leben lang nicht fertig. Und trotzdem kann uns eigentlich nichts Besseres passieren als der Tod.

Denn nur durch ihn eröffnet sich uns die Ewigkeit. Um die Ewigkeit zu erlangen, muss die Zeit aber enden. Es braucht den Schlussakkord, es braucht das endgültige Aus und Vorbei. Der Sinn der Zeit liegt ja vielleicht gerade darin, dass sie einmal zu Ende ist. Das Ende kann nicht ewig so offen bleiben, wie im Märchen, wo es heißt:
„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!
Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster