Tagesimpuls Sonntag 11. Oktober 2020

28. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus lädt uns ein, sein Wort zu hören und die Eucharistie zu feiern. Im Evangelium hören wir von einem Gleichnis, das das Himmelreich betrifft. Wir können zu ihm kommen, wenn wir bedrückt oder auch froh sind, wenn wir Sorgen haben - aber auch, wenn wir glücklich sind.
Wenn wir seiner Einladung folgen, wissen wir: Er wartet schon auf uns. Gott hat uns aber bereits zum ewigen Gastmahl in sein Reich eingeladen. Wir sollen deshalb prüfen, ob unser Weg auf ihn hin gerichtet ist.

Tagesgebet
Herr, unser Gott, deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns, damit wir dein Wort im Herzen bewahren und immer bereit sind, das Gute zu tun. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.
Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also auf die Straßen hinaus und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl er seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt. (Mt 22,1-14)

Kurzauslegung
Da werden Leute zu einer Hochzeit eingeladen. Sie sagen offenbar zu. Und als es dann endlich so weit ist, kommt keiner. Normalerweise läuft das genau anders herum: Je näher es auf ein Fest zugeht, umso mehr steigt die Spannung. Wie wird es laufen? Was gibt es zu essen? Wer ist alles eingeladen? Wird es ein Programm geben? Jeder freut sich auf so ein Fest und die Vorfreude ist groß.
Alles steigert sich noch, wenn schließlich alle zusammenkommen und auf das Brautpaar warten. Doch im heutigen Evangelium läuft alles anders: Die Gäste sind informiert und die Diener haben eigentlich nur auszurichten, dass es jetzt losgeht. Für die Geladenen kommt das keineswegs überraschend. Trotzdem wollen sie nicht.
Bei manchen schlägt die Stimmung sogar um und sie verprügeln die Boten. Spätestens an dieser Stelle wird vom Text her deutlich, dass Matthäus keine beliebige Geschichte erzählt. Seine Erzählung ist ein Gleichnis. Zunächst ist einmal zu erinnern, dass sich Jesus an die Hohen Priester und die Ältesten des Volkes wendet.
Jesus stößt bei ihnen auf Ablehnung. So wie in dem Gleichnis von den bösen Winzern, das wir zuletzt gehört haben. Und jetzt geht es um eine Verweigerung gegenüber Gott generell. Gott ist in unserem heutigen Gleichnis Gastgeber. Eine große Aufgabe, die Gott sich da gestellt hat!
Wer schon einmal Gastgeber war und Freunde oder die Verwandtschaft zum Geburtstag eingeladen hat, der weiß: Ein Gastgeber macht sich vorher viele Gedanken. Jeder Gastgeber überlegt, was seinen Gästen gefällt, was sie brauchen, damit es ihnen gut geht. Und was es braucht, damit das Fest auch wirklich schön wird: Ein gutes Essen, Trinken - für die Kinder etwas zum Spielen und Musik. Für jeden Gast ist auch ein Sitzplatz vorgesehen. Wenn Gott uns also verspricht, dass unser ganzes Leben durch ihn ein Fest sein wird, dann ist das wirklich eine ganz besondere Einladung.
Denn Gott ist ein guter Gastgeber. Er weiß, was ich brauche, damit es mir gut geht. Er liebt mich, weil er mich ins Leben gerufen hat. Er wartet jetzt nur noch, dass seine Gäste kommen. Gerade im Gottesdienst feiern wir ja auch. Wir haben uns von Gott einladen lassen und hier rufen wir uns Gott ins Gedächtnis.
Wann immer ich an Gott und seine Einladung denke, wann immer ich bete - immer, wenn ich mich daran erinnere, dass ich zu Gott gehöre, nehme ich seine Einladung an. Denn er ist der Weg zu unserem Leben, das ein Fest sein soll.

Fürbitten
Beten wir zu Jesus Christus, der uns in sein Haus zum Festmahl einlädt:

  • Für alle Familien, Alleinstehenden und Einsamen: Gib ihnen Lebensfreude mit der Hoffnung auf eine glückliche Zukunft.
  • Für alle behinderten Menschen und ihre Begleiter: Gib ihnen Mut und Kraft auf ihrem Lebensweg zu dir.
  • Wir beten für die Regierenden der Länder um richtige Entscheidungen für den Erhalt unserer Natur.
  • Hilf den Sterbenden in deiner Gnade und schenke den Verstorbenen den Frieden in deinem Reich.

Gott im Himmel, dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Schlussgebet
Allmächtiger Gott, in der heiligen Opferfeier nährst du deine Gläubigen mit dem Leib und dem Blut deines Sohnes. Gib uns durch dieses Sakrament auch Anteil am göttlichen Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wort der Freude
Gott hört die die Seufzer deiner Seele
und des Herzens stilles Klagen,
und was du keinem darfst erzählen,
magst du Gott gar kühnlich sagen.
Er ist nicht fern, steht in der Mitten,
hört bald und gern der Menschen Bitten.
(Paul Gerhardt)

Viel Freude in dieser Zeit wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Jäger