Tagesimpuls Sonntag 25. Oktober 2020

30. Sonntag im Jahreskreis (Weltmissionssonntag)

Liebe Schwestern und Brüder,
"Selig, die Frieden stiften", heißt das Motto am Weltmissions-Sonntag. Auf allen Erdteilen feiern die katholischen Gemeinden heute diesen Sonntag. Er ist Ausdruck der Verbundenheit im Gebet und in der Solidarität.
Aber vieles ist anders in diesem Jahr. Die weltweite Corona-Krise schränkt das Leben ein. Sie trifft besonders die Armen. Wir schauen heute nach Westafrika. Diese Region zählt zu den Ärmsten der Erde. Die weltkirchlichen Partner brauchen unsere Solidarität. Nun liegt es an uns Menschen zu helfen.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott, mehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Gib uns die Gnade, zu lieben, was du gebietest, damit wir erlangen, was du verheißen hast. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. (Mt 22,34-40)

Kurzauslegung
Der Weltmissions-Sonntag will uns auf eine Mangelsituation hinweisen. Es gibt nicht nur einen finanziellen Mangel, sondern auch einen Mangel an Missionarinnen und Missionaren. Gleichzeitig brauchen diese Menschen auch Zuwendung, eine Zuwendung an Liebe. Lieben heißt für die Anderen da zu sein, ihnen beizustehen in Notsituationen. Lieben heißt teilen oder Anteil nehmen am Leben, an den Sorgen des Mitmenschen. Das setzt Interesse am Anderen voraus. Und dieses Interesse wird deutlich im genauen Hinschauen und Hinhören.
Es geht auch um eine Sehnsucht nach Gott. Diese Sehnsucht kann tief in einem Menschen verborgen sein. Sie ist überall auf der Erde anzutreffen. Diesen suchenden Menschen zu helfen, ist ein missionarischer Auftrag. Denn es kommt dem nahe, was Jesus auch zu uns sagte: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
Ist jetzt Weltmission nur eine Sache der Kirche, wie manche sagen? Wir können darauf antworten: Nein. Denn es geht doch um die Nächstenliebe. Und diese Forderung Jesu als sein Hauptgebot gilt für alle Menschen. Gemeint ist das Interesse an den Menschen aller Völker.
Unser Sonntag der Weltmission soll auf diese Nächstenliebe aufmerksam machen. Es kommen so Menschen in den Blick, denen auch in anderen Ländern dieser Erde der Freiraum fehlt, das Evangelium annehmen zu können. "Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt", sagt Jesus gleich zu Beginn der Bergpredigt als Teil der Seligpreisungen. Hierbei preist Jesus diejenigen selig, die sich für den Frieden einsetzen. Er macht deutlich, dass Frieden nicht einfach vom Himmel fällt. Frieden verlangt nach Personen und Taten.
Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt im westlichen Afrika, steht in diesem Jahr auch als Leitwort der missio-Aktion zum Weltmissionssonntag. Im Zentrum der Aktion stehen Länder wie Niger und Nigeria. Frieden ist hier ein kostbares Gut und sehr zerbrechlich. Nicht zuletzt, weil diese Länder und ihre Nachbarstaaten immer wieder in das Visier des Terrors geraten. Hinzu kommen in den letzten Monaten die Auswirkungen der Corona-Krise. Sie fordert alle Menschen heraus, weltweit. Denn alle sind oder waren in der vergangenen Zeit in Sorge um Erkrankte oder Sterbende. Alle müssen Einschränkungen im täglichen Leben in Kauf nehmen. Alle betreffen die Auswirkungen der sozialen und wirtschaftlichen Folgen.
Für Bischof Mamza aus Nigeria heißt das, dass zu den ohnehin großen Herausforderungen des Terrors eine weitere dazukommt. Das bedeutet für uns: Alles, was aus freiem Herzen gegeben wird, ist dabei hilfreich: Mein Gebet, meine Zeit, meine Kraft, aber auch meine Spende. Das Motto der diesjährigen Aktion richtet sich an alle, denen der Frieden am Herzen liegt, die an das Gute glauben und die auf Gott vertrauen.

Fürbitten
Voll Vertrauen tragen wir unsere Bitten unserem Herrn, Jesus Christus vor:

  • Verwandle die bedrängenden Lebensumstände der Menschen in Westafrika in Freude durch die menschliche Hilfe.
  • Religiöse Minderheiten sind oft der Bedrohung ausgesetzt. Verwandle ihre Not in Hoffnung.
  • Angehörige verschiedener Religionen engagieren sich für Religionsfreiheit. Bestärke sie mit deinem Geist.
  • Versammle alle Verstorbenen zum ewigen Gastmahl in deinem Reich des Friedens.

Gütiger Gott, du gibst uns Kraft zum Gelingen jeden guten Werkes. Sei gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Schlussgebet
Herr, unser Gott, gib, dass deine Sakramente in uns das Heil wirken, das sie enthalten, damit wir einst als unverhüllte Wirklichkeit empfangen, was wir jetzt in heiligen Zeichen begehren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wort der Freude
Maria - Mutter unseres Herrn. Dein gütiges Lächeln macht mich sehr froh. Dein Sohn übergibt dir Segen und den Friedensgruß. Deine empfangende Hand schenkt beides weiter an uns, die Wartenden, Gott-Suchenden. Liebevolle Mutter - gib uns von Neuem deinen Sohn, Jesus. Er ist unser Segen und Friede. Clara Chrysostoma Lauf

Einen gesegneten Weltmissions-Sonntag wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Jäger.