Tagesimpuls Mittwoch 23. September 2020

Unsichtbar

Seit rund 30 Jahren trage ich eine Brille - leider. Ich brauche sie, damit ich die Menschen erkenne, die mir begegnen. Eine wirklich nützliche Erfindung, so eine Sehhilfe. Aber es ist halt, wie mit allem: Wer nichts sehen will, dem hilft auch keine Brille.
Eine Gruppe Urlauber war mit einem Bus zum Groß-Glockner gefahren. Sie waren gespannt auf den mächtigen und majestätischen Berg. Doch sie hatten wirklich Pech an diesem Tag. Im Gebirge herrschte ein wahres Sauwetter. Regen, Sturm und fette Nebelschwaden. Das volle Programm!

So sehr sie sich auch bemühten, sie sahen nichts. Da halfen auch die besten Brillen und Ferngläser nichts. Abends stiegen sie unverrichteter Dinge wieder in ihren Bus.
Und keiner zweifelte am Vorhandensein des Berges. Selbst diejenigen nicht, die sonst nur glauben, was sie mit eigenen Augen sehen. Auch die hatten jede Menge Ansichtskarten gekauft. Und hinten drauf geschrieben, wie beeindruckend und groß der Berg sei. Dabei hatten sie gar nichts gesehen, außer Nebel, Geröll und Regen.

Das finde ich gar nicht mal so schlecht! Einen guten Blick für die sichtbaren und unsichtbaren Dinge das wünsche ich Ihnen heute!

Einen schönen Tag noch und – egal was ihr tut: Gott sei mit euch!
Ihr/Euer Diakon Steffen Tröster