Tagesimpuls Sonntag 6. September 2020

23. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,
"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Christus ist da für uns Menschen, wann immer wir ihn anrufen. Wenn wir seinen Namen nennen, ist er präsent, unabhängig davon, wie viele Menschen zusammengekommen sind.
Die deutschen Bischöfe haben für diesen Sonntag zur Corona-Hilfe in der Weltkirche aufgerufen. Das Corona-Virus betrifft die Menschen weltweit. Vor allem in Lateinamerika, Asien und Afrika gibt es wenige Hilfsmöglichkeiten. Folgen sind nicht nur Krankheit, sondern auch Hunger und Arbeitslosigkeit.

Tagesgebet
Gütiger Gott, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lesung
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer.
Brüder und Schwestern, bleibt niemand etwas schuldig. Nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Kurzauslegung
"Bleibt niemand etwas schuldig" heißt es im Römerbrief. Nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Was meint der Apostel damit? Wenn wir sagen, wir sind einem anderen nichts schuldig geblieben, dann heißt das, dass wir keine Außenstände, nichts gutzumachen haben und in keiner Schuld stehen.
Das ist die erste Hälfte der Empfehlung, die Paulus ausspricht. Wir sollen also nicht auf Kosten anderer etwas in Empfang nehmen und alles Gute und Hilfreiche, das uns widerfährt, mit gleicher Münze zurückgeben - im besten Sinne.
Freundlichkeit ist ansteckend und gegenseitiges Entgegenkommen ist für beide Beteiligten von Nutzen. Und wir sollen nicht lange warten mit der freundlichen Antwort auf eine besondere Unterstützung. Aber es gibt eine Ausnahme, bei der wir nie quitt sind, nie genug tun können und immer wieder Gebende sein sollen. Das ist die Liebe.
Die Liebe schulden wir einander immer. Wie ist das zu verstehen? Gibt es nicht auch Endpunkte der Liebe? Kennen wir nicht solche Situationen, wo ich sage, damit will ich nichts mehr zu tun haben?
Vielleicht erweitert Paulus seinen Liebesbegriff. Er bezieht sich auf die wichtigsten Gebote, die uns von Gott gegeben sind. Sie betreffen das soziale Miteinander, den sozialen Umgang, die Regel für angemessene Beziehungen. Es sind die Gebote Gottes, die er anspricht. Sie sind von den Menschen nicht immer umsetzbar und ein Zustand, dem sich die Menschen nähern sollen.
Dies lässt uns an der Liebe schuldig werden. Wir können sie immer suchen und üben. Aber wir werden sie nie vollständig verwirklichen. Wir bleiben ein Leben lang auf dem Weg zur vollkommenen Liebe. Deshalb schulden wir wohl einander die Liebe immer wieder.

Fürbitten
Lasst uns zu Christus beten, der uns mit seiner Liebe geworben hat:

  • Für alle Menschen, die in der Kirche Verantwortung übernommen haben.
  • Für alle Menschen, die an der Last des Lebens zu leiden haben und auf Heilung hoffen.
  • Wir beten für die hungernden Menschen um schnelle Hilfe durch die wirtschaftlich starken Länder.
  • Wir beten für die Verstorbenen: Nimm sie in dein Reich auf und lass sie dein Angesicht schauen.

Gott im Himmel, die Gemeinschaft mit dir schenkt uns Hoffnung in allen Zeiten. Dich loben und preisen wir in Ewigkeit.

Schlussgebet
Herr, unser Gott, in deinem Wort  und Sakrament gibst du uns Nahrung und Leben. Lass uns durch diese großen Gaben in der Liebe wachsen und zur ewigen Gemeinschaft mit deinem Sohn gelangen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Wort der Freude
Der Papst verneigt sich in Ehrfurcht vor dem Alter, und er lädt alle ein, es mit ihm zu tun. Das Alter ist die Krone der Stufen des Lebens. Es bringt die Ernte ein, die Ernte aus dem Gelernten, aus dem Erlebten, die Ernte aus dem Geleisteten, die Ernte aus dem Erlittenen und Bestandenen. Wie im Schlusssatz einer großen Symphonie zum machtvollen Zusammenklang. Und dieses Zusammenklingen verleiht Weisheit.
Johannes Paul II.